Traumpilze

Überall kriechen sie jetzt aus dem Boden. Einzeln, zu zweit, in Scharen, manche gar in Großfamilien. Braun, gelb, weiß, rot, zierlich, zart, kräftig. In Sonntagstracht die einen, andere schon ziemlich abgehalftert. Manche mit bloßem Auge kaum zu erkennen, andere so groß, dass es ihnen schwerfällt, sich zu verstecken.
Pilzzeit.
Aber um ehrlich zu sein, bis auf offensichtliche Unterschiede, habe ich meistens nicht allzu viel Ahnung, was dort vor mir steht.
Wie bei der heutigen Kleinfamilie. Morgens im Duvenstedter Moor standen sie plötzlich vor mir. Mussten noch kurzerhand auf einen Baumstamm springen, um sich überhaupt bemerkbar zu machen. Baten um ein bisschen Zeit. Ein wenig Gesellschaft. Im Tausch für ein Foto.
Einzige Bedingung. Nicht alltäglich. Irgendwie anders.
Ließ sich einrichten. Und deshalb hier ein Versuch, die Zartheit dieser kleinen Geschöpfe mittels Mehrfachbelichtung einzufangen.
Aufgenommen mit 105mm, f3,6, 1/30s und 4 Belichtungen.

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19 Gedanken zu “Traumpilze

  1. Hmmm… Ich glaube ich sollte mich auch mal auf das Fotografieren kleiner “unscheinbarer” Motive verlegen, denn wenn ich mir deine Fotos so ansehe können selbst die Dinge an denen man vielleicht ansonsten vorbei geht auf einem Foto große Wirkung haben.
    Deine Bilder sind wirklich toll, soweit ich das beurteilen kann. Ich hab nämlich null Ahnung von Belichtung und ich weiß auch nicht, was f3/6 bedeutet^^°
    Ich fotografiere nur als Hobby mit einer normalen Digicam, die schon so alt ist, dass ich meine Fotos immer bearbeiten muss, damit sie nicht total verpixelt sind.
    Ach, ich will auch eine Spiegelreflexkamera haben, aber für mich leider unerschwinglich.

    • Man kann tatsächlich eine ganze Menge kleiner, aber großartiger Dinge entdecken. Mir macht das unheimlich viel Spaß. Und eigentlich stosse ich immer wieder auf Neues. Selbst auf Wegen, die selbst ich schon ausgetreten habe.
      Wichtig ist vor allen Dingen, Spaß zu haben, draußen zu sein, ausprobieren, fotografieren. Die Ausrüstung kommt erst danach.
      Und auch kleine Kamaras können heute schon eine ganze Menge in immer wieder erstaunlicher Qualität.

  2. Deine Sicht gefällt mir. sie ist anders, nicht alltäglich und wunderschön wie dieses Bild. Du zeigst, dass man mit der Kamera spielen kann ;-)
    Zusammen mit dem Text ein Genuss.
    liebe Grüße
    Karin

    • Interessanter Gedanke. Gefällt mir. Auch wenn mir natürlich lieber ist, sie dürften ihr Familienleben noch ein wenig genießen.
      Aber ich bin überrascht, welch unterschiedlichen Interpretationen so eine kleine Pilzfamilie zuläßt.

  3. Ach, sind die schön! SCHÖN! Ich habe absolut keine Ahnung, wie Mehrfachbelichtung funktioniert, aber ich habe noch drei sehr lichtstarke, aber analoge Festbrennweiten von meinem leider verstorbenen Schwiegervater, die ich mittels Adapter auf meiner EOS 400D ausprobiert hatte und deren Ergebnisse mich stark an Deine Pilze erinnern. Was mich zu der Aussage verleitet: Wozu mehrfach belichten, wenn es (aus dem funktionstüchtigen Blickwinkel heraus) auch mit ‘Handicap’ geht? ;-) Und wenn ich Dein Traum-Pilz-Foto sehe, bin ich froh, dass ich sie nicht verkauft habe, denn Du hast mich daran erinnert, dass ich die beiden mal wieder einstecken könnte – Dankeschön, Herr Müller! :-)

    • Im Endeffekt zählt eh nur der Gedanke, die Umsetzung. Nicht der Weg. Der kann im Nachhinein höchstens erklären, vielleicht inspirieren. Mehr nicht.
      Dass Du Dich nicht von den Objektive trennen magst, verstehe ich voll. Man kann sehr kreativ mit denen arbeiten und völlig neue Sichten entdecken. Viel Spaß dabei.

Ich freue mich auf Deine Sicht

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