… liegt in diesem Fall zwar keine Wanze. Aber ganz abwegig erschien mir das Kinderlied nicht. Letzten Sonntag. Als ich unerwartet auf etwas stieß, dass zumindest farblich umgehend meine volle Aufmerksamkeit beanspruchte.
Leuchtend gelb. Frisch. Klar.
Und irgendwie so gar nicht von dieser Welt.
Oder nicht aus diesem Wald.
Und bestimmt nicht zu dieser Jahreszeit.
Vergessen? Liegen gelassen?
Gehört das überhaupt dorthin?
Und was ist es eigentlich?
Aber von Anfang an. Geschichten soll man nicht vom Ende her erzählen. Selbst wenn sie sich als eher kurz erweisen.
Es ist noch früh, an diesem Morgen. Wie so oft in letzter Zeit, konnte auch die letzte Nacht ihre Tränen über den unerwarteten aber herben Verlust des diesjährigen Winters nicht zurückhalten. Zu groß die Trauer. Zu tief der Schmerz.
Der Wald selbst liegt noch im Schlaf. Unruhig zwar. Scheint schlecht zu träumen. Aber nicht bereit, den Tag so früh schon zu begrüßen.
Warum auch.
Wie die letzten würde auch dieser grau, naß, kalt sein.
Kein Grund, sich früh aus dem Bett zu quälen.
Und sonst?
Selbst die Dämmerung kann nicht viel erhellendes zum derzeitigen Zustand beitragen.
Bringt lediglich zum Vorschein, was uns seit Wochen begleitet.
Braun. Grau. Fad. Trist.
Als einziger erfreut sich der kleine Bachlauf bester Gesundheit.
Mit stolzer Brust und vollem Magen vor Energie kaum zu bremsen. Stürzt sich einer Achterbahnfahrt gleich aus und durch das Bett. Kann kaum erwarten von hier aus die weite Welt zu erkunden. Und endlich in der Nordsee zu schwimmen.
Doch dann.
Zwischen all den graubraunen Schattierungen.
Den unglücklich betreten vor sich hin starrenden Bäumen.
Ein Leuchten.
Auf einem Ast.
Unwirklich.
Unfassbar.
Faszinierend.
Und fotografiert mit 300mm, f4 und 10s.

Mittlerweile habe ich herausgefunden, um was es sich handeln könnte. Allen Anschein lag auf dem Ast ein goldgelber Zitterling. Ein Gallertpilz, der durch die Rinde von totem Holz bricht.
Gerade die kleinen, unscheinbaren, dem unaufmerksamen Auge verborgenen Dinge sind es doch, die sehr interessant werden können. Man muss sie doch nur finden…
In diesem Fall tatsächlich nicht zu übersehen. Strahlendes Gelb ist im Moment doch eher selten
Das ist tatsächlich ein Pilz und ein ganz bezauberndes Foto.
GLG Marianne
Ich musste vor Ort und anschließend am Rechner mehrfach nachsehen, ob es nicht vielleicht doch ein vergessenes Fruchtgummi ist.
Dürfte aber geschmacklich nicht zu vergleichen sein
Ich finde auch, dass es absolut wie ein Fruchtgummi aussieht *_* Faszinierend.
Der Point.
Die Gleichförmigkeit ist frappierend. Und läßt sogleich an etwas unnatürliches denken
Du hast hier einen ganz zauberhaften Pilz entdeckt!……strahlend gelb – meine Lieblingsfarbe
!
Glg Eva
Mittlerweile habe ich solch einen Pilz tatsächlich nochmals entdeckt. Aber nicht mit diesen wunderbaren Formen. Und auch nicht in dem strahlenden Gelb
gut beobachtet.
Auch deine Texte dazu gefallen mir sehr.
Viele Grüße von Lilofee
War ein schöner Moment. ihn dort liegen zu sehen. Fast als würde er auf jemanden warten
Du hast den Blick für solch verborgene Schönheiten. Wie immer auch mit einem interessant gestalteten Text dazu. Ein Besuch bei Dir ist immer eine Bereicherung für die Augen aber auch für den Geist
PS. An einen Pilz hätte ich auch nicht gedacht.
Selbst wenn man sich oft draußen aufhält, entdeckt man tatsächlich immer wieder Neues. Solch einen Pilz hatte ich noch nie vor Augen. Ich war mir nicht mal sicher, ob es einer ist.
Toll, ich dachte auch zuerst an ein Gummibärchen, sowas hab ich noch nicht gesehen bisher. Auch dein Text ist sehr schön
Und obwohl ich nun vor Ort war, und den Pilz live vor Augen hatte, bin ich aufgrund der Regelmäßigkeit immer noch selbst überrascht.
Aber er kam tatsächlich aus dem Baum
Wow, ist das schön! Das Blau im HIntergrund ist so intensiv und die Wirkung zusammen mit dem Gelb des Pilzes spannungsreich. Fast schon überirdisch, wäre da nicht die Rinde des Baumstammes, die das Bild in die Realität zurück rückt. Das quadratische Format passt perfekt.
Wie ist das Blau zustande gekommen bzw. was stellt es dar? Mir fehlt gerade die Vorstellungskraft.
Das Blau im Hintergrund. Im Prinzip schaust man über den Pilz hinweg auf einen kleinen Teich. Die dunklen Stellen sind die sich spiegelnden Bäume, die Hellen die Zwischenräume. Und sie in diese Position zu bekommen, hat einiges an Zeit gekostet
Ein Teich…. Ja, an Wasser hatte ich gedacht. Es hat sich absolut gelohnt, die Zeit in dieses wunderbare Bild zu investieren.
Beim aller-, allerersten Hingucken dachte ich auch zunächst, dass es sich um Gumibärchen oder einen Fruchtgummi handeln würde.
Tja, ein Gummibärchenpilz also
Den Gedanken kann ich verstehen.
Wahnsinnsfoto!!!
Da kommt man sofort ins Schwärmen, dazu noch Dein einfühlsamer Text: perfekt!
Schönen Sonntag und lieben Gruß
moni
Trotz grau in garu hatte der Morgen zwei wunderbare Momente. Vielleicht auch gerade deshalb. Und ich bin immer wieder überrascht über Vielfalt und Aussehen der hiesigen Pilze
Ein tolles Foto. Genial mit dem Kontrast von dem Gelb und dem dunkelblauen Hintergrund. Sehr, sehr schön!
LG, Sandra
In solchen Momenten bin ich froh, dass dieser Winter bisher so spärlich ausfiel. Ich war heute nochmals an der Stelle. Und da es selbst in Hamburg endlich etwas geschneit hat, wäre ein solches Foto nicht möglich gewesen.
ich hätte keine ahnung gehabt was das ist und wenn ich die erklärung lese ekelt es mich ein bisschen, aber das foto sieht großartig aus!
Der sieht eigentlich noch nett aus. Am Wochenende habe ich ein weiteres Exemplar gesehen, das tatsächlich eher unappetitlich war und überhaupt nicht fotogen war
Allerdings wäre es mir gar nicht erst aufgefallen, so gut getarnt war er in dem Fall.
ja, aussehen tut es nett, aber pilze sind meistens eher nicht nett…
ich kenne auch gelbe pilze auf bäumen und die sehen auch nicht so appetitlich aus…
Ich gestehe, bisher habe ich nicht drüber nachgedacht, ob Pilze nett sind. Und sie stattdessen eher in fotogen oder nicht unterteilt
wirklich? mir fallen zu dem wort sofort ein paar nicht so nette dinge ein… fußpilz, nagelpilz und sowas. brr.
Na ja, schön ist das nicht. Ich denke bei Pilzen aber doch eher an die zumindest in ihrer sichtbaren Form putzigen Gesellen auf Wiesen und in Wäldern
ja das ist dann natürlich doch ein bisschen was anderes (;
Starkes Bild
Wenn ich es nun interpretierren müsste, wie wir es damals im Kunstunterricht ständig machen mussten würde ich sagen: “Der Künstler wollte mit diesem Motiv etwas charakterisieren, was einem Funken Hoffnung gleicht. Durch den starken Farbkontrast steht der Pils hier absolut im Vordergrund, so wie die Hoffnung im Leben auch.” .
Zum Glück muss ich es nicht charakterisieren…
Zum Glück muss ich es nicht interpretieren* :]
Ein spannende und interessante Charakterisierung (des sich geehrt fühlenden) Künstlers…
… und eine nicht minder anregende Interpretation des Bildes. Und manchmal sind die freiwilligen Dinge die lieberen
Deinen Worten: “Ein Leuchten, auf einem Ast, Unwirklich, Unfassbar, Faszinierend”, kann ich bei diesem Bild voll zustimmen. Der Kontrast zwischen dem leuchtenden Gelb und dem dunklen Blau im Hintergrund: super!
LG Claudia
Ich war begeistert von dem Fund und der sich bietenden Möglichkeit
Jetzt liegt er versteckt unter einer leichten Decke aus Schnee.
Habe im Netz weitere Bilder des goldgelben Zitterlings gesehen. Du hast ein schönes Exemplar gefunden. Scheinbar noch einen jungen Pilz.
Bei mir schneit es auch sanft.
Ich hatte am vergangenen Wochenende noch einen zweiten gefunden. Aber weder so fotogen noch in ansprechender Pose. Und das junge Alter könnte die schöne Form dieses erklären.
ein wundervoller farbklecks der natur… schön.
So schön anscheinend nur in jungen Tagen. Nachdem er mittlerweile wieder ohne Schneehaube durch die Gegend schaut, muss ich sagen, Farbe und Form haben mit zunehmendem Alter gelitten.
ich liebe diese Kleinigkeiten , diese Traumbilder in königsblau mit goldenem vergessenen Kleinigkeitskrönchen ein Zitterling so nackt und stolz präsentiert dem Stauner. Danke für das Einfangen dieser großartigen doch eigentlich nur Kleinigkeit. Ich liebe es. Sei herzlichst gegrüßt
Zauberkünstler der Fotografie.
es grüßt dich herzlichst
Christin v. M.
Ich war selbst unglaublich überrascht über den Fund. Hatte derartiges noch nie gesehen. Mittlerweile tatsächlich öfter, Aber niemals mehr in dieser Vollkommenheit.
Ja, genauso erging es mir mit so einem riesigen wunderbaren gelben Leuchten. Tage zuvor hatte ich es bei meinen morgendlichen Waldspaziergängen noch nicht entdeckt.
Herrlich dieses satte Gelb vor dem dunkelblauen Hintergrund.
Und vorallem hast Du die Gabe dieses Bild (alle anderen natürlich auch) so wunderschön in Worte zu fassen.
Wirklich erstaunlich, wie schnell sie wachsen. Und vergehen. Denn so schön habe ich einen solchen Pilz nur an dem Morgen gesehen, obwohl mir mittlerweile doch noch einige über den Weg gelaufen sind.
gelb kann ich eigentlich nicht ausstehen. hier sieht es allerdings wunderbar aus!
Freut mich, dass Dir dieser gelbe Pilz gefällt. Im Umfeld hat er ziemlich gestrahlt. Sonst hätte ich dieses wunderschöne Exemplar gar nicht wahrgenommen.