Atelier Natur – WasserSicht 6

Etwas spät. Aber, mit dem letzten Wochenende hat das neue Jahr nun endlich auch aus fotografischer Sicht begonnen. Wurde Zeit.
Die digitale Dürreperiode ist beendet. Zunächst. Und die ersten Bilder des Jahres auf dem Rechner.

War ja nicht so einfach. Bisher. Der Winter.
Ist er noch nicht.
Und ein Winter wohl auch nicht.
Wird er vielleicht gar nicht mehr.

Hilft nur wenig.

Irgendwann juckt der Finger.
Und irgendwann zu sehr.
Bilder entstehen. Erste Gedanken.
Fangen an zu rufen. Leise. Fast schüchtern.

Trotzdem. Nicht zu überhören.
Und die letzten Tage war da kein zaghaftes Rufen mehr.
Geschrien haben sie. Nicht mehr zum Aushalten.

Ich mußte raus.

Trotz grau in grau.
Trotz Regen.
Allgegenwärtiger Tristesse.

Und warum nicht versuchen, das innere Gefühl in Bilder zu fassen.

Nicht so einfach.

Der Spielverderber in diesem Fall, das Wetter.
Hatte wohl keine Lust mehr. Zumindest nicht so richtig.
Freudenschreie waren draußen im Rodenbeker Quellental zwar nicht zu hören.
Aber abgesehen von ein paar Tropfen, der Regen hielt sich zurück.

Keine Blätter also.
Oder andere, allerletzte Überbleibsel unseres großartigen Herbstes.
Die, völlig durchnäßt im Regen stehend, ihre Köpfe hängen lassen.

Stattdessen ein unbekannter Künstler.
Gefangen in einer Übergangsphase.
Zwischen Resignation und Hoffnung.
Reduzierte Skizze statt opulentem Gemälde.
Verbunden mit dem weitgehenden Verzicht auf Farbe.

Nicht unbegabt jedenfalls.
Und in der Interpretation durchaus mit Möglichkeiten.

Fotografiert mit 180mm, f8 und 6s.

25 Gedanken zu „Atelier Natur – WasserSicht 6

  1. Oh ja, ich verstehe Dich! Ich wollte auch am Wochenende unbedingt mal raus aber nichts als Regen und dazu noch eine Magengrippe oder so was. Also auf nächstes Wochenende hoffen.
    Ein tolles Bild geworden drückt die derzeitige Situation in jeder Hinsicht gut aus. Ich drück Dir die Daumen, dass wir nächstes Wochenende besseres Wetter haben.
    Gruß
    Oli

  2. Boah, superschön diese Aufnahme! Minimalistisch, nicht mehr als nötig – klasse!

    Das wünsche ich mir übrigens auch hin und wieder – mit der Kamera die momentane Stimmung ausdrücken können… Aber da fehlt mir wohl die Fantasie… *grmpf*

    • Manchmal hilft das Motiv der Fanatsie nach. Ich hatte am Wochende nur ein grobe Vorstellung von Tristess. Und eigentlich ein ganz anderes Foto im Kopf.
      Aber während ich bei einer Langzeitbelichtung auf die interne Entwicklung wartete, lief meinen Augen diese Spiegelung durchs Bild.😉

  3. Moinsen, schön, dass du dich aufgerafft hast und der Fotografentrieb sich durchgesetzt hat😉 Zu diesem Bild möchte ich mal etwas anderes schreiben, als einfach nur „schön“. Ich möchte dir schreiben, was mir zu diesem Bild spontan einfiel:
    Ich finde dafür, dass es minimalistisch in Szene gesetzt ist, ist fast schon zu viel auf dem Bild. Mich stört hier tatsächlich der lange senkrechte Ast. Ich weiß, du bearbeitest deine Bilder nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es der Bildwirkung gut tun könnte, den Ast auf eine sehr kleine Größe zu retuschieren. Dann würde ich wahrscheinlich noch die einzelnen Punkte vorn im Bild wegnehmen, die die Aufmerksamkeit von dem eigentlichen Motiv, der sich spiegelnden Baumstämmen bzw. Äste, ablenken. Die sich im Wasser spiegelnde Wolke im Vordergrund, die dem Bild eine gewissen Tiefe gibt, käme dann auch besser zur Geltung und auch der liegende Stamm, der durch die Spiegelung eine sehr interessante Form aufweist.

    Aber eben „könnte“….. Eine Idee….. Ich habe es nicht ausprobiert und bin auch nicht der Künstler🙂 Einen schönen Tag noch! LG, Conny

    • Freut mich, dass Du Dir so viele Gedanken um das Bild und seine Wirkung gemacht hat.
      Ich könnte mir durchaus vorstellen, den Ast zu reduzieren. Und werde das mal ausprobieren.Ich bin mir aber zumindest „im trockenen“ nicht ganz sicher, ob das Bild dann nicht zu trist würde.
      Mich hat an dem Motiv neben der relativen Schlichtheit vor allen die Figürlichkeit gereizt, die durc die nicht symetrische Spiegelung noch unterstützt wird. Daher mag ich auch die kleinen zusätzlichen Punkte. Und bin mir stattdessen bei der Wolke nicht so sicher😉
      Generell hätte ich aber lieber ein wenig mehr Platz am oberen und unteren Rand. Dort wird mir das Bild etwas eng.

      • Moin Michel. Stimmt, ein wenig mehr Platz oben und unten wäre schöner gewesen, das war es wohl, weswegen mein Auge sich irgendwie gestört fühlte. Danke für deine Antwort. Ich finde es immer wieder positiv und spannend, wie unterschiedlich Sicht- und Herangehensweisen sein können. Schönen Tag noch!

  4. Wunderschön, so minimalistisch, gefällt mir total,ich denke über den senkrechten Ast nach, komme aber zu keinem Ergbnis…
    Mutig dein Ausflug jedenfalls in ‚unseren‘ Winter, es hat sich gelohnt – meine Kamera ruht noch…zumindest was Außenaufnahmen betrifft…

    • Ich musste einfach raus. Obwohl ich mehr als einmal überlegt hatte. Und zumindest am ersten Tag ohne Foto einfach nur nass war🙂
      Der Sonntag hat dann aber geholfen, fotografisch in dieses Jahr zu kommen.

  5. Da komme ich auch noch und kann mich nur den Vorkommentaren anschliessen! Wunderschöne Aufnahme, wirklich, sie ist mir sofort aufgefallen. Gefällt mir sehr!
    LG Peter

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