Wiedersehen

Ich hatte andere Vorstellungen.
Irgendwie. Ganz ehrlich.
Einfacher, unkomplizierter.
Freudig, vielleicht sogar fast überschwänglich.
Ein wenig zumindest.
Auf jeden Fall begrüßend, umarmend, herzlich.

Ist aber nicht. Nicht ganz.
Eher nordisch kühl, abwartend.
Nicht unbedingt misstrauisch, aber die Spur Skepsis deutlich zu spüren.

Am Anfang.

Und, wenn ich ehrlich bin, mehr als verständlich.

Habe ich den Duvenstedter Brook doch fast ein Jahr sträflich vernachlässigt.
Ok, alle anderen auch.

Aber den Brook?
Mehr Morgen als irgendwo sonst sah ich hier erwachen.
Einzigartige Erlebnisse, wunderbare Sichten.
Ständig neu, anders, überraschend.
Und immer, wenn ich dachte, mehr geht wirklich nicht, lies sich erneut Atemraubendes blicken, fühlen.

Mein erster fotografischen Spaziergang nach langer Zeit findet auch nicht ohne Grund genau hier statt. Schließlich kennen wir uns schon einige Zeit und gut genug, um vielleicht zu verstehen, sich neu zu finden.

Und zum Glück legt sich die gegenseitige Schüchternheit schnell.
Zu vertraut, zu lang erwartet, zu freudig überrascht beide, um zu lange schmollen.
Zu groß die Neugier, der Wunsch, zu erzählen, zu zeigen, zu überraschen.

Und zu groß die Freude auf einen gemeinsamen, großartigen Herbst.

Fotografiert mit 105mm, f4,2 und 1/60s.

14 Gedanken zu „Wiedersehen

  1. Das Foto ist so sanft und zurückhaltend.
    So unscheinbar und ohne klare Linien – ausser der Regentropfen – eine Träne?
    Eine Freudenträne beim Wiedersehen?
    Sanftes grün, leise die Hoffnung.
    ~
    Schmollen muss man nicht, frau ebensowenig.
    Freude und ja – eine grosse Überraschung, heute am Erntedankfest!

    Es ist wunderschön von dir zu lesen, sehen………. spüren! Danke!

    • Knapp eine Stunde habe ich mich letztes Wochenende mit ein paar Blättern und einigen Regentropfen beschäftigt. Die waren zwar irritiert über die lange Beachtung, haben aber wunderbar still gehalten.
      Schön, dass es Dir gefällt.

  2. Super! Das gefällt mir so an Deinen Bildern, dass sie einfach spannend und interessant anzusehen sind, durch ihre Zartheit berühren, auch wenn man nicht genau erkennt, oder versteht, was Du fotografiert hast. Es sind keine Abbildungen, Du fängst mehr eine Essenz ein.

    Habe vor kurzem auch mal wieder an das Duvenstedter Brook gedacht, dass es gut wäre, dort nach Tierspuren zu schauen. Vielleicht passt das ja mal wieder in der nicht ganz fernen Zukunft?

    LG, Christian.

    • Freue mich, dass Dir das Bild gefällt, wie auch Deine Beschreibung meiner Art zu fotografieren, in der ich mich gut wiederfinde.
      Eine gemeinsame Tour können wir gerne in Angriff nehmen, kommt jetzt doch die schönste Zeit für den Brook.

  3. Herrlich. Seit langem wieder mal hier. (Ex- Donkys Freund von Donkys Welt. Jetzt mit Fokus auf meinem Fotoblog „FokusBonn“) Aber anscheinend war auch hier etwas Pause. Herrlich sanftes Bild. Mit schönem Bildaufbau, spannend, aber ohne Spannung, so paradox es klingt. So zart, dass man es gar nicht anfassen will.

    • Anfassen hätte dieses zarte Kunstwerk wohl auch leider zerstört, das sich mir netterweise für eine halber Stunde zur Verfügung stellte. ich wagte selbst kaum, mich bzw. die Kamera zu bewegen. Schön, dass es Dir gefällt.

Ich freue mich auf Deine Sicht

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